MENSWEAR
FRÜHJAHR/SOMMER 2010

Die neuen Helden

Die Krise war gestern – Tristesse ade! Die Wallstreet-Anzüge werden entsorgt. Die neuen Helden blicken optimistisch in entspannten, frischen und alles andere als düsteren und farblosen Looks in die Zukunft des Sommers 2010.

Mit der Selbstdemontage der Finanzeliten ist auch der makellose glatte Zwirn als Ausdruck höchster Coolness und Souveränität passé. Die neuen Sakkos und Anzüge wirken getragen, gewaschen und nicht gebügelt. Superleicht im Material und der Verarbeitung zeigen sie helle frische Farben und leicht knittrig strukturierte Stoffbilder. Die exzellente Passform ahnt man mehr als dass man sie sieht, denn Sakko und Hosen haben mit der Lässigkeit auch leicht an Volumen gewonnen. Hosen mit ein oder zwei kleinen Bundfalten sind keine Seltenheit.

Blau in allen Schattierungen ist die wichtigste Farbrange dieser entspannten Formelwear, daneben spielen helle Kieseltöne eine wichtige Rolle. Erstaunlich farbaktiv sind neue Sakkokombis, die mit lässigen Baumwollhosen (Chinos) oder Jeans – die auch weiß, hellblau, mint oder rot sein dürfen – kombiniert werden. Aber auch die Sakkos zeigen in puncto Farbe Flagge. Neben unzähligen Blautönen rangieren Rot- und Safrantöne ganz vorn.

Die neue Menswear überzeugt nicht nur durch neue Farbfrische, sondern auch durch Innovationen, die Begehrlichkeiten schaffen. Der Jerseyblazer ist solch ein neues Teil, das in keiner Kollektion fehlt. Er verbindet die Smartness eines modernen Sakkos mit dem Komfort einer Strickjacke. Er „de-stressed“ die traditionellen Shapes.

Hemden und Polos dazu sind entweder weiß oder in pastelligen Tönen gehalten. Slipper, Pennyloafer oder Clark-Typen aus hellem Veloursleder sind die passende Ergänzung. Vor Wind und Regen schützen ultraleichte Nyloncoats.

In der Verschmelzung von Elementen der Formalwear, Casualfeeling und Sportswear ist die Menswear kreativ. So werden zum Beispiel karierte Sportsakkos gewaschen, überfärbt und mit grober Denimstepperei versehen. Die unentbehrlichen Chinos werden dazu auf Hochwasser gekrempelt und legen farbige oder gemusterte Socken frei. Sie waren lange ein Tabu, jetzt feiern sie bei Insightern ein Comeback. Aber Vorsicht, man braucht Fashion- Kompetenz, um die richtigen Akzente zu setzen.

Das gilt auch für die von allen Designern favorisierte Kombination schlanker Urban Bermudas zu Sakkos. Noch sportiver wird es dann mit Hosen und Sakkos aus Sweatshirt-Qualitäten. Floral bedruckte Hemden in fröhlicher Paul Smith-Farbigkeit sorgen für den nötigen Humor. Die neue Farbpalette für Polos strahlt mit Strawberry, Mango, Orchidee, Mint, Türkis und Azur. Dazu sind auch 2010 Chucks in Canvas oder Veloursleder unvermeidlich. Daneben sind Boatshoes die ultimativen Schuhtypen der Saison. Leinenschals, große Sonnenbrille und schmalkrempige Strohhüte sind die passenden Accessoires.

Erfolgversprechend sind Looks, die auf der guten alten American Workwear aufbauen. Denim in allen Gewichtsklassen und Waschungen – von raw bis destroyed – steht im Mittelpunkt. Denim und Workwear stehen für Bodenständigkeit, ehrliche Arbeit und verlässliche Männlichkeit. In Fashionkreisen spricht man von der Sexyness der Gärtner und Klempner mit karierten Hemden, Westen, Worker- und Cargohosen. Auch Jeanshemden gehören wieder zwingend dazu. Der Indigo-Spirit zieht sich wie ein roter Faden durch den Sommer.

Zu dieser Kernigkeit passt Leder, das durch Waschungen und aufwendige Finishes gealtert wird. Als Vorbilder für die Formen dienen alte Chauffeurs-Jacken und Lederjoppen. Auch Boots, Sandalen und Schnürschuhe sind aufwendig gealtert. Hemden mit Großvaters Stehkragen runden dieses „back to the roots“-Feeling ab. Bei Armreifen, Gürteln und Glücksbringern mischen sich abgeratzte Leder mit Industriemetallen. Der Menswear gibt das Spiel mit Innovation und Tradition neue Impulse und den neuen Helden Gelegenheit, ihre Fashion Kompetenz weiter zu entwickeln.


Webdesign www.augensturm.de | Webentwicklung www.dtele.de